Besitz

Der Gesetzgeber hat zwischen Besitz und Eigentum einen feinen, aber wesentlichen Unterschied gemacht: Besitz ist die tatsächliche Herrschaft über eine Sache, Eigentum dagegen die rechtliche Herrschaft über eine Sache. Besitz und Eigentum können dabei zu­sammenfallen, müssen es aber nicht.

Besitz – Beispiel

Wenn z. B. jemand sein rechtmäßig er­worbenes Auto fährt, ist er sowohl des­sen Eigentümer wie auch sein Besitzer. Wird ihm das Auto gestohlen, so bleibt er immer noch der Eigentümer, (un­rechtmäßiger) Besitzer ist jetzt aber der Dieb, da er über das Auto verfügen kann. Wer sein Eigentum durch ein Rechtsverhältnis jemand anderem zur Verfügung stellt, z.B. indem er seine Wohnung vermietet, bleibt sowohl Ei­gentümer wie mittelbarer Besitzer, während der Mieter zum unmittelba­ren Besitzer wird.

Keinen Besitz erlangt der so genannte Besitzdiener. Das sind Personen, die zwar die Verfügungsgewalt über eine Sache haben, aber darin weisungsge­bunden sind, z. B. Verkäufer in einem Geschäft oder eine Hausangestellte. Besitz- und Eigentumsfragen spielen im Vertragsrecht, aber auch bei der Siche­rung von Krediten eine große Rolle.

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Autor: Rechtsanwalt

Stand: 2016

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