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Berufsbild Rechtsanwaltsfachangestellte(r) von heute

Ein(e) Rechtsanwaltsfachangestellte(r) arbeitet in den meisten Fällen in einer Rechtsanwaltskanzlei.

Er oder sie ist das Aushängeschild der Kanzlei und begrüßt die Mandanten am Empfang, bevor diese überhaupt erst mit den Anwälten in Kontakt treten.

Der/Die Rechtsanwaltsfachangestellte(r) ist dafür zuständig die Termine der Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen zu koordinieren und alles für den Termin mit den Mandaten vorzubereiten.

Rechtsanwaltsfachangestellte(r) - Aufgaben und Tätigkeiten

Hierzu gehört unter anderem die Vorbereitung der Akten für den zuständigen Anwalt/die zuständige Anwältin. Doch auch nach der Beratung muss ein(e) Rechtsanwaltsfachangestellte(r) die Akten weiter pflegen und dokumentieren. Sehr wichtig ist auch die Führung eines sogenannten Fristenbuches, in dem alle wichtigen Fristen eingetragen werden müssen. Gerade in juristischen Streitfällen gilt es, gesetzliche Fristen einzuhalten. In regelmäßigen Abständen werden die Akten mit den Anwälten durchgegangen. Darüber hinaus fällt es auch in den Zuständigkeitsbereich eines/einer Rechtsanwaltsfachangestellten, den Kontakt mit Behörden und Gerichten zu pflegen. Diese stellen ebenfalls Dokumente bereit, die immer wieder eingefordert und gepflegt werden müssen.

In den drei Jahren der Ausbildung wird ein(e) Rechtsanwaltsfachangestellte(r) schließlich zur rechten Hand des Anwalts.

Ein(e) Rechtsanwaltsfachangestellte(r) braucht zur tatkräftigen Unterstützung der Anwälte nicht nur spezifisches juristisches Fachwissen, sondern auch Know-how aus den Bereichen der Bürokommunikation und typischen Sekretariatsaufgaben. Während seiner/ihrer Arbeit lernt er/sie die Gerichts-Prozesse und die Arbeitsweise von Richtern/Richterinnen sowie von Behörden kennen. Gesetzesbücher zu studieren und richtig anzuwenden gehört in dieser Ausbildung ebenfalls dazu.

Nach dem Erlernen von Rechtsgrundlagen, können Klageschriften, Beschwerden und Einsprüche schließlich eigenständig bearbeitet und entworfen werden. Neben den juristischen Aufgaben gehört auch ein gewisses Organisationsgeschick dazu. Regelmäßiger Schriftverkehr, Telefonate, Koordination und das Erstellen von Rechnungen gehören ebenfalls zum Aufgabengebiet einer/ eines Rechtsanwaltsfachangestellten.

Die Arbeitszeit beträgt in der Regel 8 Stunden am Tag, in einer klassischen 40 Stunden Woche von etwa 8 - 17 Uhr.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten ab?

Die dreijährige Ausbildung zur/ zum Rechtsanwaltsfachangestellten wird dual durchgeführt. Die Zeit der Ausbildung wird also nicht nur in der Kanzlei, sondern auch in der Berufsschule verbracht. Die Themen die hier zu bearbeiten sind, untergliedern sich in Wirtschaft, Recht und Rechnungswesen auf. Wissen aus den Bereichen des Erbrechts, Familienrechts, Bürgerrechts oder auch des Sachrechts können hier abgefragt werden. Die Ausbildung wird im klassischen Sinne mit einer mündlichen und schriftlichen Prüfung abgeschlossen.

Grundsätzlich erhält der oder die Rechtsanwaltsfachangestellte(r) im ersten Ausbildungsjahr zwischen 300 und 600 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr beträgt die Vergütung zwischen 350 bis 750 Euro und im dritten Ausbildungsjahr kann sie bis auf 850 Euro ansteigen.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Der Schriftverkehr gehört zu den täglichen Aufgaben in der Ausbildung zur/ zum Rechtsanwaltsfachangestellten ebenso wie die Erstellung von Rechnungen unter anderem nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Daher sind gute Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik unverzichtbar.

Ebenso wird ein gutes Ausdrucksvermögen verlangt, aufgrund des regelmäßigen Austauschs mit Gerichten, Behörden, Anwälten und Mandanten. Zwar muss nicht das gesamte BGB auswendig gelernt werden, jedoch sollte ein gewisses Grundinteresse am Rechtssystem bestehen.

Jobeinstieg - wie gelingt er am besten?

Nicht jede/ jede Rechtsanwaltsfachangestellte arbeitet auch in einer Anwaltskanzlei. Nach der Ausbildung besteht ebenfalls die Möglichkeit die Arbeit in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Unternehmen fortzuführen. Große Warenhausketten oder Versandhäuser verfügen ebenfalls über Mahnabteilungen, genauso wie Banken und Versicherungen. Hier finden zahlreiche Rechtsanwaltsfachangestellte eine Anstellung nach der Ausbildung. Dadurch, dass Rechtsanwaltsfachangestellte während ihrer Ausbildung ein breites Wissen an kaufmännischen Skills erfahren, stehen ihnen nach der Ausbildung auch die Türen in anderen kaufmännischen Berufen offen.

Das durchschnittliche Einstiegseinkommen einer Rechtsanwaltsfachangestellten oder eines Rechtsanwaltsfachangestellten beträgt um die 21.000 Euro in Jahr.

Weiterbildungen für Rechtsanwaltsfachangestellte(r)?

[sam id="13" codes="true"]Wer die Karriereleiter weiter erklimmen möchte, der kann sich zur/ zum Rechtsfachwirt(in) weiterbilden. Dafür sind jedoch zwei Jahre Berufserfahrung notwendig. Wird diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, dann können höheren Positionen angestrebt und ein höheres Gehalt verlangt werden.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit sich zum/ zur Betriebswirt(in) für Recht ausbilden zu lassen. Hier übernimmt man die Beratung in Unternehmen sowie die Verwaltung und ist für vielerlei Rechtsfragen zuständig.

Auch im Trend liegt der Rechtsmanager. Dieser prüft Vorhaben anhand rechtlicher Aspekte und besitzt darüber hinaus ein umfangreiches Fachwissen aus dem juristischen Bereich. Ein Rechtsmanager ist in etwa einem Juristen gleichzusetzen, der das erste Staatsexamen abgeschlossen hat.

Ein(e) geprüfte(r) Fachwirt/in für Büro- und Projektorganisation ist ebenfalls eine mögliche Weiterbildung nach der Ausbildung. Hier geht es vor allem um Organisation und Planung von Arbeitsabläufen.

Ein(e) geprüfte(r) Notarfachwirt(in) (für Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte) hat ein ähnliches Aufgabengebiet wie ein Rechtsfachwirt.

Wer lieber studieren möchte, kann unter den folgenden Studiengängen wählen:

  • Studium der Rechtswissenschaften (mit der Ablegung des ersten und zweiten Staatsexamens),
  • Studium im Bereich Wirtschaftsrecht (mit den Abschlüssen LL.B. und LL.M.),
  • BWL-Studium (mit der Ausrichtung auf rechtliche Themenschwerpunkte).

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